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Geistliches Wort (Archiv)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2010/2011)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2009/2010)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2008/2009)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2007/2008)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2006/2007)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2005/2006)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2004/2005)

Fortsetzung (aus dem Kirchenjahr 2003/2004)

Geistliches Wort zum 6. Sonntag der Osterzeit

Aufruf der deutschen Bischöfe zur Katholikentagskollekte 2012

„Einen neuen Aufbruch wagen“ – unter diesem Leitwort werden sich vom 16. bis 20. Mai 2012 zehntausende Gläubige in der Kurpfalzmetropole Mannheim zum 98. Deutschen Katholikentag treffen. Dieser Katholikentag soll von Gottesdiensten, Gebeten und Glaubensgesprächen geprägt sein. Er soll innerkirchlich Impulse, Orientierung und Kraft geben und auf diese Weise Mut machen zu geistlicher Erneuerung und zu einem neuen Aufbruch in unserer Kirche und in unserer Gesellschaft.

So soll der Katholikentag zugleich „Zeitansage“ werden, die den Weg in die Zukunft im Blick hat.

Hierzu gehört das Bemühen um eine neue Kultur des Aufeinanderhörens und Voneinanderlernens. Die Prägung Mannheims als eine Stadt des intensiven Dialogs zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion und Lebensgestaltung bietet hierfür hervorragende Rahmenbedingungen.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und das Erzbistum Freiburg laden Sie alle herzlich ein, zum Katholikentag nach Mannheim zu kommen. Der Katholikentag ist jedoch nicht nur die Sache derer, die persönlich daran teilnehmen. Er ist auch ein Ausdruck der Mitverantwortung aller Katholikinnen und Katholiken für Kirche und Gesellschaft. Deshalb sollten auch jene, die nicht in Mannheim mit dabei sein können die Möglichkeit nutzen, zum Gelingen dieses wichtigen Ereignisses für die katholische Kirche in Deutschland beizutragen. Ihr Gebet ist dafür ein wichtiger Baustein. Helfen Sie darüber hinaus durch eine großzügige Spende mit, dass der Katholikentag Zeugnis unseres christlichen Glaubens werden kann, das in die Gesellschaft ausstrahlt.

Für das Erzbistum München und Freising
Reinhard Kardinal Marx
Erzbischof von München und Freising

 

Geistliches Wort zum 5. Sonntag der Osterzeit

Eingeladen zum Fest des Glaubens

Dieser Satz begleitete in diesem Jahr 46 Kinder auf dem Weg zu ihrer ersten heiligen Kommunion.
Diese Einladung, die Jesus Christus ausspricht, gilt aber nicht nur für dieses Fest, das die Kinder mit ihren Familien und zusammen mit uns als Pfarrgemeinde feiern. Es ist eine Einladung, die für unser ganzes Leben ausgesprochen ist; die unser ganzes Leben lang ein Geschenk Gottes an uns ist und für uns, ob Groß oder Klein, auch immer wieder eine Herausforderung bedeutet.
Dafür steht die Osterkerze: von ihrem Licht weg wird die Taufkerze am Anfang des Lebens entzündet. Gewissermaßen das selbe Licht Christi ist es dann, wenn später die Kommunionkerze, die Trauungskerze und schließlich auch die Sterbekerze oder das Licht am Grab entzündet wird. Christus, das Licht, ist die Festkerze unseres Lebens.
In jedem Alter bleibt es uns aufgegeben, dieses Licht Christi gerade auch im Alltag zu entdecken und nicht ersticken zu lassen.
Dann mag es gelingen, dass der Erstkommuniontag nicht nur als etwas Einmaliges in Erinnerung bleibt, sondern dass wir das Einmalige Geschenk Jesu Christi, seine Einladung im Leben immer wieder vernehmen und unser ganzes Leben ein Fest des Glaubens bedeutet.
Das wird auch auf der Kerze deutlich, die von Fr. Brigitte Glaser für den verstorbenen ehem. Benno-Pfarrer F. X. Eder gebastelt wurde und beim Gedenkbild aufgestellt ist: in den Symbolen ist das angedeutet, was Pfr. Eders Leben ausmachte und wo er sich begleitet wissen durfte von eben diesem Licht Christi. Ihm leuchte es nun beim nicht mehr zu Ende gehenden Fest des Glaubens in der Ewigkeit Gotts.
                                                                                                                              Ludwig Sperrer, Pfr.

 

Geistliches Wort zum 4. Sonntag der Osterzeit

Am 4. Ostersonntag wird weltweit für Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben gebetet. Papst Paul VI. führte den „Weltgebetstag für geistliche Berufe" 1964 ein.
Das Motto zum Weltgebetstag 2012 in Deutschland lautet: "Zum Beispiel: Du!"

Ich? „Ausgerechnet ich!“ – dachte ich mir, als ich in den Computer blickte. Ein dicker rot umrandeter Kasten schaute mich an. „Du hast gewonnen!“ hieß es dort. „Du wurdest ausgewählt unter 100.000 …“ – „Ja, ja“, dachte ich mir. „Ist schon recht! Lasst mich nur in Ruhe mit dem Zeug!“ – ein Klick, und die Sache war erledigt.

Ich? „Ausgerechnet ich!“ dachte ich mir, als mich im Jahr 2003 in einem irisch Pub in Dublin ein Studienfreund ansprach: „Sag mal, Sara, hast Du noch nie darüber nachgedacht, ins Kloster zu gehen?“

Diese Frage ließ sich nicht einfach „wegklicken“. Sie ließ mich nicht mehr in Ruhe. Immer wieder dieser Gedanke: Ich?? Ins Kloster gehen?? Was will Gott eigentlich von mir? Wäre das der „Hauptgewinn“?

Wenn Gott ruft, was dann?

Dieser „Ruf“ muss nicht immer spektakulär sein.
Und das muss nicht unbedingt der Ruf in einen Ordensberuf, zum Priestertum oder in einen pastoralen Dienst sein.

Mit "Zum Beispiel: Du!"ist jeder gemeint.
Du bist – zunächst völlig unspektakulär an dem Ort, an dem du lebst und arbeitest – „unverkennbar … ein Brief Christi … geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch“
(2 Kor 3,3).
Dann bist „zum Beispiel: Du!“ ein Beispiel Christi für die Welt. Christus beruft im Neuen Testament Menschen in ganz alltäglichen Situationen, en passant, scheinbar im Vorbeigehen in seine Nachfolge. Hinhören und antworten ist unsere Sache.
Ihre Sr. Sara Thiel, PA

 

Geistliches Wort zum 3. Sonntag der Osterzeit

 

OSTERN – jeden Tag

Immer dort,
wo ein Stein voll Neid
einem Steinchen
Anerkennung weicht,

wo ein Stein voll Hass
einem Steinchen
Freundlichkeit Platz macht,

wo ein Stein voll Gewalt
ein Steinchen
Versöhnung zulässt,

wo ein Stein voll Zweifel
einem Seinchen
Hoffnung Raum gibt,

da ist ein kleines bisschen

Auferstehung.

 

Geistliches Wort zum 2. Sonntag der Osterzeit

Thomas macht einen Punkt

 

Bei Jesus punkten,
die nicht sehen
und doch glauben.

Du, Thomas,
stehst nicht allein
auf deinem Standpunkt.

Wir sind punktgleich mit dir:
Kann ich glauben,
wenn ich nicht sehe,
nicht fühle?

Dein Berührungspunkt mit Jesus
gibt uns Halt.
Doch für unser zweifelndes Herz
Ist schon deine Frage
Zeichen.

 

Geistliches Wort zu Ostern

Christus ist erstanden – er lebt!

Der Stein ist weggewälzt vom Grab Jesu.
Nichts ist seitdem unabänderlich,
keine Situation aussichtslos,
nicht der Tod und nicht das Leben,
wo wir nicht weiterwissen,
ist nicht das Ende.
Wer Gott alles zutraut,
darf von ihm alles erwarten.

Wenn wir sagen, es ist genug,
sagt er: es beginnt.
Seine Morgensonne geht auf
über jede Hoffnungslosigkeit.
Wo ich keine Kraft habe,
sagt er: Ich brauche Dich.
Aus dem gebrechlichsten Halm
weiß er Brot zu machen für andere.

Der Stein ist weggewälzt,
er lebt.
Jetzt.

Wir wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest
und immer neu – jetzt – die Erfahrung von Auferstehung und Leben.

Ihre
Ludwig Sperrer              Peter Höck                  Sr. Sara Thiel
          (Pfarrer)                     (Pfarrvikar)           (Pastoralassistentin)

 

Geistliches Wort zu Palmsonntag

Karfreitag

Das Geschehen des Karfreitags begleitet eine eindrückliche liturgische Feier: Um 15 Uhr (die neunte Stunde am Tage, der Überlieferung nach die Sterbestunde Christi) wird in den schmucklosen Raum der Kirche in völliger Stille eingezogen. Dies erinnert uns an die Entblößung Jesu, an seine Ohnmacht und sein Ausgeliefertsein. Das Ausstrecken auf den Boden und das Hinknien zu Beginn der Liturgie bringt auch unser Ausgeliefertsein vor Gott zum Ausdruck.
Lesungen und Leidensgeschichte erzählen, was damals geschah: Jesus hat freiwillig den Untergang, die Bloßstellung, die Folterung, den Spott, den Kreuzweg, die Hinrichtung auf sich genommen, damit wir nie, in keiner Situation unseres Lebens allein sein müssen:
Den gleichen Weg ist unser Gott gegangen.
Durch das ganze Joh.-Evangelium zieht sich die Frage: Wer ist dieser Jesus? Jesus fragt die Soldaten: Wen sucht ihr? Darauf gibt er immer die gleiche Antwort: Ich bin es – ich Jahwe, Gott, ich, „Der-ich-bin“.
In den sog. Großen Fürbitten beten wir für alle Menschen auf der Welt. Christus ist für alle gestorben, um alle lebendig zu machen. Gott ist großzügig mit seinem Heil. Die Kreuzverehrung ist die Verehrung des Gekreuzigten. Wir erwarten das Heil nicht von einer Formel, von einer exakt ausgeführten Magie, von einem akrobatischen Balanceakt der Seele oder des Leibes. Wir brauchen nur die Hände aufzumachen vor diesem Jesus und seine Liebe anzunehmen.
                Er, der die Frohe Botschaft verkündet, röchelt: Mich dürstet!
                Er, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, schreit: Mein Gott,
                                                                                                                      mein Gott, warum hast du mich verlassen?
                Er, der stirbt, gibt sich hin: In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist,
                                                                                                                      du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott!

Bitte bringen Sie zur Verehrung des Kreuzes am Karfreitag eine Rose mit.

 

Geistliches Wort zum 5. Fastensonntag

Aufruf der deutschen Bischöfe
zur Kollekte am Palmsonntag für die Christen im Heiligen Land:
Wir – Christen im Heiligen Land
Am Palmsonntag sind wir Christen weltweit zum Gebet und zur Solidarität mit unseren Schwestern und Brüder im Heiligen Land aufgerufen.
Ihr Leben ist schon seit vielen Jahren geprägt von Verunsicherung, Instabilität und häufig auch von wirtschaftlicher Not.
Die deutschen Bischöfe schreiben dazu in ihren Aufruf:

"Die Palmsonntagskollekte trägt dazu bei, Mittel für den schwierigen Dienst der Kirche in dieser Region bereitzustellen. Den Christen soll geholfen werden, menschenwürdig in ihrer Heimat zu leben und ihre Marginalisierung in der Gesellschaft zu überwinden."

Der diesjährige Leitgedanke "Wir – Christen im Heiligen Land" macht deutlich, wie vielfältig und zugleich wechselseitig das Engagement ist. Einerseits sind wir aufgerufen, Israelis und Palästinenser auf ihrem Weg zum Frieden zu begleiten. Anderseits brauchen nicht nur die Christen im Heiligen Land unsere Hilfe, sondern auch wir in Deutschland brauchen die Kraft und den missionarischen Geist, der an den Heiligen Stätten seinen Ursprung hat.

Die Palmsonntagskollekte erwächst aus der Verantwortung aller Christen für das Heilige Land, das auch für uns Heimat ist. Mit einer großzügigen Spende am Palmsonntag stärken wir unsere Brücke in das Heilige Land. Eine Brücke, die Hoffnung, Verbindung und Austausch schenkt. Helfen Sie mit!

Ludwig Sperrer, Pfr.

 

Geistliches Wort zum 4. Fastensonntag

Aufruf der deutschen Bischöfe zur Fastenaktion Misereor 2012

Liebe Schwestern und Brüder,

am kommenden Sonntag ist Misereor-Sonntag. Das Leitwort unserer Fastenaktion lautet: „Menschenwürdig leben. Kindern Zukunft geben!“ Kinder in den
Elendsvierteln der Welt sind auf unsere Hilfe angewiesen: Sie leiden darunter, kein sicheres Dach über dem Kopf zu haben. Essen und sauberes Trinkwasser fehlen. Dadurch sind sie besonders anfällig für Krankheiten. Schulabschluss oder Berufsausbildung bleiben vielen verwehrt. Die Startchancen ins Leben sind schlecht.
Mit Ihrem Fastenopfer am Misereor-Sonntag stellen Sie sich solidarisch an die Seite dieser Kinder und ihrer Familien. Sie unterstützen sie in ihrem Überlebenskampf. Durch Ihre Hilfe schenken Sie vielen Kindern Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben. Wir deutschen Bischöfe rufen sie dazu auf, die Arbeit von Misereor mit zu tragen. Wir bitten Sie um Ihr Gebet und um Ihre großherzige Spende für die Kinder in  Afrika, Asien und Lateinamerika. Bitte helfen Sie, damit wir alle gemeinsam in der Einen Welt menschenwürdig leben können.
Für das Erzbistum München und Freising


                                                                                      Reinhard Kardinal Marx
                                                                            Erzbischof von München und Freising

(Opfer-Tütchen zum Zweck der Einlage Ihrer Spende für die Ausstellung einer Spendenbescheinigung liegen hier bei oder an den Schriftenständen auf)

 

Geistliches Wort zum 3. Fastensonntag

In der ersten Lesung hören wir heute den sog. „Dekalog“ aus dem Buch Exodus, meist kurz die „10 Gebote“ genannt, die Gott Mose am Sinai offenbart.

Das Bild vorne zeigt mit einem Augenzwinkern, wie schwer Mose an den Steinplatten mit diesen 10 Geboten trägt und die wartenden Israeliten sehen nun ganz und gar nicht glücklich aus.
Vielen Menschen geht es ähnlich. Sie tragen schwer an diesen Geboten, weil sie in ihnen v.a. Einschränkungen und Verbote sehen, die das Leben beschneiden wollen.

Aber die „10 Gebote“ wollen keine einschränkenden Verbote, sondern Lebens-angebote Gottes sein, um die umfassende Freiheit, die uns Gott geschenkt hat, zu bewahren.
Im Werkbuch „Erstkommunion“ sind diese An-gebote Gottes positiv gewendet:

  1. Ich allein bin Gott. Ich bin dein Gott, der dich trägt. Du darfst auf meine Liebe vertrauen.
  2. Du darfst vertrauen, dass du in meinem Namen Großes tun kannst.
  3. Du darfst dir den besonderen Tag der Ruhe für mich, für dich und für die anderen gönnen.
  4. Du darfst jedem in der Familie mit Liebe und Achtung begegnen.
  5. Du darfst alles Leben achten. Du brauchst niemanden klein machen und nichts zu zerstören, damit alles sich entfalten kann.
  6. Du darfst sorgsam mit deinen körperlichen und seelischen Kräften umgehen. Du darfst jede Gemeinschaft achten.
  7. Du darfst anderen ihr Eigentum lassen und brauchst nicht auf fremde Kosten leben.
  8. Du darfst aufrichtig und wahr über andere reden und brauchst niemanden täuschen.
  9. Du darfst jedem Menschen in Würde begegnen und brauchst ihn nicht für deine Zwecke missbrauchen.
  10. Du darfst nehmen und geben und brauchst nicht neidisch und habgierig zu sein.

Die 10 Gebote sind 10 Lebensan-gebote Gottes.

Lassen wir uns von Gott immer wieder in die Freiheit führen, nehmen wir seine Lebensangebote an. Lassen wir uns auch immer wieder seine befreiende und versöhnende Nähe und Liebe schenken, wo wir sein Angebot ausgeschlagen haben - nicht nur jetzt in der Fastenzeit.
                                                           Ihre Sr. Sara Thiel, PA

 

Geistliches Wort zum 2. Fastensonntag

Aus aktuellem Anlass:         Fasten  mit Aug`  und  Ohr

  „In der Fastenzeit werden die Altäre nicht geschmückt.
Die Orgel und andere Musikinstrumente sollen nur zur Unterstützung des Gesangs eingesetzt werden“.

            - So steht es in den liturgischen Anweisungen zur Gestaltung der Fastenzeit.

Eine gute Seele in der Pfarrei meint z.Zt. wohl, dass der Pfarrer mal wieder zu geizig ist, um der Mesnerin Geld für Blumen zu geben, und stellte deshalb schon zum wiederholten Male selbst mitgebrachte Blumen auf die Seitenaltäre.

Ich danke natürlich zu aller erst mal für diese Geste, bitte aber den-/diejenige/n aus oben genanntem Grund, keine Blumen mehr mitzubringen und selber aufzustellen (auch wegen Verschmutzungsgefahr der Altardecken).

Wenn in der Fastenzeit äußere „Klang-Farben“
             – wie z.B. festliches Orgelspiel, Blumenschmuck, die feierlichen Gesänge des           Gloria und des „Halleluja“ vor dem Evangelium, sowie das weiß-goldene              oder hoffnungsvoll-grüne Messgewand des Priesters –
in der Gestaltung der Gottesdienste nicht zum Tragen kommen oder dezenter eingesetzt werden, stellt dies noch mal eine andere Art und Weise des Fastens dar und soll den besonderen Charakter der Fastenzeit gerade auch in der Art und Weise des gottesdienstlichen Feierns unterstreichen.

Das Fasten mit den Sinnen: Ich bin mir sicher, dass ein/e jede/r von uns seinen/ihren ganz eigenen Weg findet, um diese Übung des Fastens auch über den Sonntagsgottesdienst hinaus im Alltag und während der Woche fortzusetzen.

Dann werden an Ostern unsere Sinne um so mehr offen sein für die Wirklichkeit der Auferstehung Christi, und die Klänge und Farben unseres Lebens mit Gott in einem bereiten Herzen neu erfahren können.
                                                                                  Ludwig Sperrer, Pfr.

 

Geistliches Wort zum 1. Fastensonntag

 Wissenswertes zur „Fastenzeit“
Verzicht und Unterbrechung von Gewohnheiten

Die 40-tägige christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Seit dem 5. Jhd. rückte während der Vorbereitung auf Ostern das Fasten in den Mittelpunkt. Da am Sonntag – dem „Tag des Herrn“ – nicht gefastet werden durfte und der Sonntag daher nicht als Fast-Tag gezählt wurde, ist der Beginn der Fastenzeit im 6./7. Jhd. vom sechsten Sonntag vor Ostern auf den vorhergehenden Mittwoch, den Aschermittwoch, vorverlegt worden. Die Dauer der Fastenzeit leitet sich vom biblischen Bericht über eine 40-tägige Gebets- und Fastenzeit her, die Jesus nach seiner Taufe im Jordan auf sich nahm.
Die vorösterliche Fastenzeit meint nicht nur den Verzicht auf Genussmittel, sondern auch eine Unterbrechung von Gewohnheiten. Sie ist eine Zeit der Buße und dient der Einstimmung auf das Osterfest.
Verpflichtende Bußtage sind in der Regel alle Freitage (insb. der Karfreitag) sowie der Aschermittwoch. An den Bußtagen soll ein katholischer Christ kein Fleisch warmblütiger Tiere essen (Abstinenzgebot), an Aschermittwoch und Karfreitag ist auf Grund des Fastengebotes nur 1 sättigende Hauptmahlzeit erlaubt. Das Abstinenzgebot verpflichtet vom 14. Lebensjahr an, das Fastengebot vom 12. bis zum 60. Lebensjahr.
In Deutschland dürfen nach Maßgabe der deutschen Bischöfe Katholiken das Abstinenzgebot außer am Aschermittwoch und Karfreitag in einen anderen Verzicht oder ein Werk der Nächstenliebe oder Frömmigkeit umwandeln.
So wünsche ich uns, den Sinn der Fastenzeit darin zu erkennen, sich selbst und den Lebensstil so zu ändern, dass durch Besinnung, Einkehr, Gebet, durch heilsamen Verzicht und neue Aufmerksamkeit und Sorge füreinander  Jesus Christus wieder mehr Raum in unserem Leben gewinnen kann.                  L. Sperrer, Pfr.

 

  • Wir begleiten betend den Kreuzweg:             Donnerstags   17 Uhr in St. Barbara,  Freitags 17 Uhr in St. Benno
  • Familiengottesd. u. anschl. Fastenessen: am Sonntag, 18. März, 10 Uhr
  • Bußandacht für die Pfarrei:                   am Freitag, 23. März, 19 Uhr
  • Beichtgespräche bei Pfr. Sperrer und Pfr. Höck jederzeit nach Vereinbarung

 

Geistliches Wort zum 7. Sonntag im Jahreskreis

Im Zug suche ich mir gerne einen Platz, wo ich in Fahrtrichtung sitze, um nicht rückwärts fahren zu müssen. Nicht weil mir da schlecht wird, sondern wegen dem Blick aus dem Fenster. Denn beim Rückwärts fahren, sehe ich nur das, an dem der Zug schon vorbei gefahren ist. Beim Vorwärts fahren, sehe ich, was auf mich zukommt, kann den Blick mitschweifen lassen.

Manche Menschen leben ihr Leben so „rückwärtsgewandt“:
„Wenn ich die Zeit doch nur zurückdrehen könnte…“
„Früher war alles besser…“
„Ich lebe nur noch aus meinen Erinnerungen…“
Aber: die Zeit kann man nicht zurückdrehen.

Die heutige Lesung ermutigt uns:
„Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten. Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“ (Jes 43, 18f)

Es geht nicht um Vergangenheitsvergessenheit. Aus der Geschichte, auch aus meiner persönlichen Lebensgeschichte kann man lernen.

Doch der Philosoph Sören Kierkegaard schreibt: „Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts!“

Es ist die Einladung, den Blickwinkel zu ändern; im Zug des Lebens nach vorn, statt nach hinten zu schauen; nicht rückwärts gewandt zu leben, sondern die Zeichen des Neuen zu entdecken, wie z.B. die Vorboten des Frühlings unter dem Schnee.
Und: Dieses Neue ist ein Geschenk – das kann ich nicht machen, es nützt nichts das Erdreich aufzuwühlen. Das Grün braucht seine Zeit.

In der Lesung heißt es: „Seht her, nun mache ich etwas Neues.“
Gott schenkt Neuanfang, auch aus Schuld und Versagen.

Wo will in meinem Leben etwas neu werden? Wo zeigen sich Vorboten davon?

Es gilt Ausschau zu halten und alten Ballast loswerden – dazu lädt uns auch die kommende Fastenzeit ein: neu werden – nein, geschehen lassen, dass Gott mich verwandelt, neu werden lässt.

„Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“        
                                                                                              Sr. Sara Thiel, PA

 

Geistliches Wort zum 6. Sonntag im Jahreskreis

„Eingeladen zum Fest des Glaubens“

... so lautet die Überschrift des Weges der Vorbereitung für 47 Kinder, die dann im Mai das Fest ihrer ersten heiligen Kommunion feiern. Bereits vor 3 Wochen haben sie sich zum ersten mal getroffen, um sich kennen zu lernen und um miteinander nachzudenken, was es alles an Vorbereitungen zu treffen gilt, wenn Menschen ein Fest feiern wollen: dass Einladungen ausgesprochen oder angenommen werden müssen, dass man weiß, was, wann und wo gefeiert wird, dass alle zusammen helfen müssen und niemand ausgeschlossen bleibt – dann kann ein Fest gelingen!
Im Hinblick darauf, dass es sich bei der Erstkommunion nicht um eine x-beliebige Party handelt, sondern um ein Fest des Glaubens zu dem Gott uns einlädt, steht dieses natürlich noch mal unter besonderen Vorzeichen. Eine Strophe des diesjährigen Motto-Liedes bringt diese besonders schön zum Ausdruck:
und dort lernten sie zu teilen
Brot und Wein und Geld und Zeit;
und dort lernten sie zu heilen,
Kranke, Wunden, Schmerz und Leid;
und dort lernten sie zu beten,
dass dein Wille, Gott, geschehe;
und sie lernten so zu leben,
dass das Leben nicht vergehe.
Egal ob Kind oder Erwachsener: seit Beginn unseres Lebens mit Gott – gefeiert zum ersten mal bei der Taufe – sind wir eingeladen und aufgerufen, uns diesen Aufgaben zu stellen, so dass der ganze Lebensweg gleichzeitig ein Glaubensfest wird – und nicht nur „1-malig“ bei der „Erst-Kommunion“.
Ich wünsche unseren Kommunionkindern und uns allen, dass wir dieses gerade auch im Alltag entdecken: Gott nötigt uns nicht eine Umarmung auf, sondern er öffnet uns einladend seine Hände für das Fest des Glaubens – für ein glückendes und gelingendes Leben.
                                                                       Ludwig Sperrer, Pfr.

 

Geistliches Wort zum 5. Sonntag im Jahreskreis

“28, 29, 30! Ich komme!”

                                   Und dann hieß es: Suchen.

Als Kinder haben wir liebend gern „Verstecken“ gespielt. Nur gesucht habe ich nicht gerne, sondern alles daran gesetzt nicht mit dem Suchen dran zu kommen. Denn ich war schlecht im Suchen. Ich habe ein bisschen herumgeschaut und dann aufgegeben, weil ich niemanden finden konnte. Das war langweilig und anstrengend, dieses „Suchen-und-doch-nicht-finden“. Lieber war es mir schon, wenn wir zu zweit gesucht haben.

Im heutigen Evangelium wird auch gesucht. Simon und seine Begleiter suchen Jesus, nachdem er in aller Früh weggegangen war, um an einem einsamen Ort zu beten.
Und sie sagen zu Jesus: „Alle suchen dich!“
Natürlich hat Jesus mit seinen Jüngern nicht „Verstecken“ gespielt. Er hat sich eine Auszeit genommen, nach einem anstrengenden Tag.

Vielleicht kennen Sie das: es ist zwar schön, Familie, Freunde, Menschen um sich zu haben, aber irgendwann reicht es und es tut gut, sich in sein Zimmer, den Garten oder an den Lieblingsplatz zurückzuziehen und zur Ruhe zu kommen. Manchmal wünschen auch wir uns: „Hoffentlich findet mich hier niemand! Hoffentlich bleibe ich hier ungestört!“

Aber Jesus lässt sich finden. Und gemeinsam mit seinen Jüngern macht er sich wieder auf den Weg zu den Menschen, in andere Dörfer und Ortschaften.

Vielen Menschen geht es so, wie mir als Kind beim Verstecken spielen:
Sie suchen Gott und finden ihn nicht. Sie geben entmutigt auf, weil sie denken, Gott lasse sich nicht finden.
Jesus zeigt uns, wie Gott-Suche geht: er zieht sich zurück. Er redet in der Stille mit Gott. Auch wir dürfen uns immer wieder aus dem Alltag heraus nehmen und uns auf die Suche machen.

Ich bin sicher: Gott lässt sich finden.
Und: Niemand muss alleine suchen. In der Gemeinschaft des Gottesdienstes, der Kirche finde ich andere Gott-Sucher. Vielleicht sind auch die Exerzitien im Alltag in der Fastenzeit eine gute Möglichkeit, um sich wieder auf einen Weg der Gott- Suche zu begeben.

            Machen wir uns gemeinsam auf den Weg.
Ihre Sr. Sara Thiel, PA

 

Geistliches Wort zum 4. Sonntag im Jahreskreis

Lichtmess: ein weihnachtlicher Ausläufer im Februar

Mit dem Fest der Darstellung des Herrn im Tempel am 2. Februar strahlt das Licht von Weihnachten noch einmal kräftig auf. Deshalb darf auch in vielen Kirchen bis zu diesem 40. Tag nach der Geburt Christi in alter Tradition der Christbaum aufgestellt bleiben und noch mal seinen Lichtschein strahlen lassen. So als wollte er uns sagen:
 
Vergesst die Botschaft von Weihnachten nicht, kehrt nicht so schnell in euren Alltag zurück, fallt nicht wieder in die alten Gewohnheiten.

Im Evangelium (Lk 2,22 ff) wird Christus von hoch betagten, beten-den Menschen im Tempel, dem Simeon und der Hannah, erkannt und gepriesen als das Licht, das die Welt erleuchtet.
Deshalb heißt unser Christ-Sein gleichzeitig Licht-Sein für die Welt von heute.

Wie das Licht von Weihnachten nun im Februar in unseren Alltag immer noch hinein zu leuchten vermag, sollen wir hinein leuchten in die Welt und Lichter anzünden, wo Dunkelheit herrscht.
Ein sichtbares Zeichen dafür sind die Kerzen, die wir im Lichtmess-Gottesdienst segnen. Diese Kerzen finden dann nicht nur Platz an unseren Kirchen-Altären; ergreifen wir sie auch mit unseren Händen und tragen wir sie zu den Menschen, um ihnen zu sagen:
       Vergesst die Botschaft von Weihnachten nicht!

Ludwig Sperrer, Pfr.

 

Geistliches Wort zum 3. Sonntag im Jahreskreis

Ich bin berufen, etwas zu tun
oder zu sein,
wofür kein anderer berufen ist;
ich habe einen Platz
in Gottes Plan und auf Gottes Erde,
den kein anderer hat.

Ob ich reich bin oder arm,
verachtet oder geehrt bei den Menschen.
Gott kennt mich
Und ruft mich bei meinem Namen.
(Kardinal John Henry Newman).

„Berufen- das sind doch nur Priester, Ordensleute, vielleicht noch die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter in der Kirche,“ so mögen viele Menschen denken.
„Ich und Du, wie sind doch nur das normale Fußvolk. Berufen?? Ich doch nicht!!

Kardinal John Henry Newman sieht das etwas anders.
„Ich bin berufen, etwas zu tun oder zu sein, wofür kein anderer berufen ist; Ich habe einen Platz in Gottes Plan und auf Gottes Erde, den kein anderer hat.“
Ja, ich bin berufen:

  1. zum Menschsein durch meine Geburt
  2. zum Christsein durch meine Taufe

Ich habe meine ureigenste Berufung, an dem Platz, an dem ich stehe. Als Mutter, als Vater, als Tochter oder Sohn, in meiner Familie oder meinem Freundeskreis. Im Haus, in dem ich wohne, an meinem Arbeitsplatz.

Ich bin berufen etwas zu sein, wofür kein anderer berufen ist. Wenn mein Platz leer wäre, würde etwas fehlen, was niemand anderes ersetzen kann. Denn ich bin einzigartig.
Von Gott ins Leben gerufen.
Von Gott in der Taufe als sein geliebtes Kind angenommen.

Ich darf IHM antworten; vielleicht mit dem Wort „Hier bin ich.“

Eher mit meinem ganzem Leben.                                                          Sr. Sara Thiel, PA

 

Geistliches Wort zum 2. Sonntag im Jahreskreis

Zur Gebetswoche für die Einheit der Christen:

„Wir werden alle verwandelt durch den Glauben an Jesus Christus“
(1 Kor 15, 51-58)

„Wir sind Papst!“ - so lautete eine bedeutsame Schlagzeile im Jahr 2005. Es waren nicht nur Katholiken, die in der Freude dieser Tage auch einen gewissen Stolz verspürten, dass einem deutschen Theologen dieser höchste kirchliche Dienst zukam.

„Wir sind Europameister!“ - ob sich der Traum von einer solchen Schlagzeile im Jahr 2012 erfüllt? – wir wagen es zumindest zu hoffen! Genau so hoffen aber auch Italiener, Spanier, Franzosen – alle qualifizierten Nationen.
Die Hoffnung stirbt ja zuletzt, sagen manche.

„Wir sind die eine Kirche Jesu Christi!“ - weil auch diese Hoffnung nicht klein zu kriegen ist, begehen Christen in aller Welt jedes Jahr eine Woche des miteinander Betens für die Einheit. Der erste Betende in diesem Sinne war übrigens Jesus Christus selbst, als er den Vater im Himmel bat: „Ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, eins sind.“
Denn schon seine Schüler, die Apostel, hatten begonnen, untereinander zu argumentieren, wer denn unter ihnen der Größte sei. Als erste lernten sie von Jesus diese Lektion: dass es bei dieser Art von Hoffnung nicht um Gewinnen und Verlieren gehen kann, sondern einzig und allein darum: dass wir ALLE Diener der Liebe Christi werden. Dies ist alles andere als frommes kirchlich-theologisches Geschwafel, wenn ich folgendes ernst nehme:

Katholischer Glaube – wörtlich: allumfassend – kann dann nämlich nicht bedeuten, einem
          anderen Mitchristen das Kirche-Sein abzusprechen;
evangelischer Glaube – fordert beileibe nicht nur evang.-protestantische Christen, das Leben
         nach dem Evangelium mit allen ethischen Konsequenzen zu gestalten;
und orthodoxer Glaube, - rechtgläubig - , heißt für mich, dass ich mich als Christ um einen
         aufrechten, weitergebildeten Glauben mühe, der nicht in den Kinderschuhen stecken   bleibt.

Der Glaube an Christus schenke die Kraft zum Wandel, dass wir zur Einheit finden:
im besten Sinn katholisch und evangelisch und orthodox gleichermaßen zu sein.
Ab Mittwoch können wir eine Woche darum beten, und ansonsten das dafür Notwendige tun! Auf dass es auch diese Schlagzeile mal geben möge: „Wir sind eine Kirche!“ - Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!

Ludwig Sperrer, Pfr.

 

Geistliches Wort zur Taufe des Herrn

Zum Anfang des Jahres noch eine kleine Erinnerung: Du bist getauft !

Gott, wir danken dir, dass wir getauft sind.
        Wir gehören dir.
           Wir sind bei dir zuhause.
              Die Tür zu deinem Haus steht uns offen
                                  jetzt und in Ewigkeit.

Gib uns, was wir brauchen:   Gesundheit und Freude
                                           und vor allem viel Liebe zueinander,
                                           denn wir sind doch deine Kinder.

Auf dich, Vater im Himmel, sind wir getauft.
                                           Du hast uns geschaffen,
                                           aus dir leben wir.

Auf dich, Her Jesus Christus, sind wir getauft.
                                           Du bist für uns in den Tod gegangen
                                           und ins Leben.

Auf dich, Heiliger Geist, sind wir getauft.
                                           Du willst uns erfüllen
                                           mit Liebe und Zuversicht.

Du bist der eine Gott.
Wir danken dir,
dass du über uns bist
und bei uns und in uns,

in Ewigkeit. Amen.

 

Geistliches Wort zu Silvester / Neujahr, Dreikönigsfest

Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte des neuen Jahres stand:

"Gib mir ein Licht damit ich sicheren Fußes der Ungewissheit entgegen gehen kann."
Und der Engel antwortete:


"Geh nur in die Dunkelheit und lege Deine Hand in die Hand Gottes!
Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg"

Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit solchem Gottvertrauen in das neue Jahr hineingehen können, mit all seiner Ungewissheit, was wohl auf uns zukommen wird.
Dazu begleite Sie und uns alle der Segen Gottes.

Segen zum neuen Jahr:
Gesegnet sei dein zurückliegendes Jahr
Mit all dem, was du darin gelebt, geliebt und durchlitten hast.

Gesegnet sei dein neues Jahr,
gesegnet die Wege, die du beschreitest,
die Menschen, denen du begegnest,
die Arbeit, die du tust,
die freie Zeit, an der du dich freust.

Gesegnet seien deine Angst und dein Mut,
deine Hoffnung und deine Enttäuschung,
deine Sehnsucht und Erfüllung.

Gesegnet seien dein Alltag und deine Höhenflüge,
deine Einsamkeiten und deine Freundschaften,
gesegnet sei jeder Moment, in dem du liebend über dich hinaus lebst.

Gesegnet seien alle deine Tage und jede Stunde.
Gesegnet sei jeder Atemzug, der dich belebt.
Gesegnet durch die Gegenwart Gottes, der dich liebend erhält.

 

Geistliches Wort zu Weihnachten

 
Wann Weihnachten anfängt….     
 

Wenn Stubenhocker wandern gehn,
und Seekranke auf Booten stehn,
wenn sich Höhenhasser auf Türme traun,
und sich Könige selber Häuser baun.
Wenn der Löwe durch das Wasser fliegt.
Wenn die, die immer die Strin runzeln,
einfach mal ganz lange schmunzeln.
Wenn strenge Menschen Faxen machen,
und verklemmte Leute lachen.
Wenn der Hungernde satt wird,
und den Gefühllosen das rührt.
Wenn das passiert, was keiner dachte zu erleben,
wenn alle in purem Glücke schweben,
wenn das passiert, ja dann,
dann fängt Weihnachten an.

Lara Strauß, 13 J., Gemeindemitglied aus St. Benno,Weihnachten 2011

 

Geistliches Wort zum 4. Advent

Wo wohnt Gott? Das war eine der meistgestellten Fragen meiner 3. Klässler. Eine der ersten Antworten lautete: na, im Himmel.
Wir haben uns auf die Suche gemacht und viele Orte entdeckt, wo nicht nur im Himmel, sondern hier auf der Erde heiliger Boden ist, wo es gilt, so wie Mose am Dornbusch die Schuhe auszuziehen, weil Gott gegenwärtig ist – auch in unserm Klassenzimmer.
Ja, eigentlich kann jeder Ort zum heiligen Boden werden, wo Gott uns begegnet.

In der Lesung aus dem Buch Samuel hören wir heute, wie König David Gott ein Haus bauen will. Es ist ein vielfacher Wunsch durch die Jahrhunderte – Stein geworden in großartigen Kathedralen, wunderschönen Kirchen, in unscheinbaren Kapellen bis hinein in die Wohnzimmer und Stuben mit dem Herrgottswinkel.

Wir Menschen möchten Gott einen Ort sichern. Und das ist gut so!!!
Wir brauchen solche Orte der besonderen Gott-gegenwart, um uns Gottes zu versichern, zu vergewissern.

Aber: König David holt sich mit seinem Ansinnen in der Lesung von Gott einen Korb. „Du willst mir ein Haus bauen, damit ich darin wohne?“
Nein, Gott selbst wird David ein Haus bauen. Er will in uns Wohnung nehmen, wie auch im heutigen Evangelium, diesem „Gipfeltreffen“ zwischen Gott und der Menschheit. Stellvertretend für uns beim „Spitzengespräch“: Maria.

Gott will Wohnung nehmen in dieser Welt, er will sich ver-leib-lichen und er kann es nur tun, weil Maria Ja sagt, weil sie ihre Zustimmung gibt, weil sie Gott ihr Herz öffnet.
Sie lässt es geschehen, dass Gott selbst sich einen Ort sichert in dieser Welt.

Gott wartet für diese Welt auf ein Ja von einem jedem von uns. Jeder von uns ist an seinem Platz die Spitze der Menschheit. In jedem von uns muss etwas geschehen, was nur durch ihn oder sie geschehen kann.

Wenn wir an dem Ort, an dem wir stehen Ja sagen, dann wird es heller werden in unserer Welt, dann sichern wir Gott zu: hier ist dein Ort. Komm, nimm Wohnung in mir.
Denn Gott will Wohnung nehmen in mir.

Bereiten wir Ihm - wie eine leere Krippe - diesen Platz in der letzten Woche des Advents.

Ihre Sr. Sara Thiel, PA

 

Geistliches Wort zum 3. Advent

Advent ist mehr als Vorweihnachtszeit

Advent und Weihnachten sind, mit den Augen des Glaubens gesehen, eines; nämlich Vorfeier des letzten und endgültigen Kommens Gottes!

Das bedeutet für uns: Ankommen bei Ihm.

Die wichtigen Fragen in den flüchtigen Stimmungserlebnissen heißen:

  • Hat mein Leben Sinn, Zukunft, Weite?
  • Gibt es auch für mich und für uns einen Gott der Hoffnung?

Der große Advent unseres Lebens wird allerdings immer vom Zweifel begleitet. Solange dieser nicht apathisch und unbeweglich macht, ist er gut.

Zum christlichen Advent gehört der Zweifel, der aus der Größe und Unfassbarkeit des Verheißenen kommt. Denn es stellt nicht die Zukunft, sondern den Menschen in Frage!

Der Mensch wird an sich selbst unsicher und wird allmählich seine angemaßten Sicherheiten aufgeben. Er legt sie aus der Hand und wird so frei, anderes zu empfangen. Ungesichert, ungeborgen, ungeschützt überlassen wir uns der neuen Zukunft, die neu und anders ist, weil sie eben nicht von uns gemacht ist.

Advent bedeutet von daher: Zukunft, auf uns zu, nicht von uns her.

Eine weiterhin fruchtbare Adventszeit!
                                                                       Ihr Peter Höck, Pfarrer i.R.

 

Geistliches Wort zum 2. Advent

„Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“

So ruft es uns heute Johannes der Täufer im Evangelium zu. Und in der Lesung aus dem Buch Jesaja klingt es so: „Bahnt für den Herrn einen Wege durch die Wüste!“

In die Wüste - dorthin, wo das Leben bedroht ist, wo kaum mehr Leben möglich ist, und dorthin wo das Leben nur noch vor sich hin vegetieren kann - in der Steppe - dorthin sollen wir einen Weg bahnen für Gott, um dem Leben neue Lebensmöglichkeiten zu eröffnen.

Wir müssen Hand anlegen, wenn wir einen Weg durch Wüste und Steppe bahnen wollen, das ist nicht immer ein Zuckerschlecken, das wissen Sie selbst, wenn sie schon einmal ein Stück Land umgegraben haben. Doch wenn es geschafft ist, dann schenkt es auch ein gutes Stück Zufriedenheit.

Das Umgraben ist ein schönes Bild für die Aufgabe des Advents. Denn bei jedem Spatenstich kehren wir um; wir kehren was unten war um und holen es nach oben, holen das Verborgene ans Licht, lockern, was verfestigt ist und brechen auf, was verkrustet war, damit neues Leben möglich wird.

Jesaja zeigt auch, wie dieses „Umkehren“ aussehen kann: „Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken.“ Die, die sich groß dünken und sich über andere erheben, sie sollen sich senken, wie auch Gott sich nicht zu schade war, sich klein zu machen, um in seinem Sohn ein Mensch zu werden, wie wir.

Nutzen wir die Adventzeit! Graben wir nach dem festen Grund in unserem Leben, nach dem Schatz, nach der Verheißung, damit die Herrlichkeit des Herrn sichtbar wird.

Sr. Sara Thiel, PA

Geistliches Wort zum 1. Advent

Liturgie verstehen und mitvollziehen: Die Fürbitten (2)

(Als Fortsetzung aus dem letzten Wochenblatt lesen Sie hier einige weiterführende Gedanken über das Fürbitt-Gebet im Gottesdienst. Hintergrund bilden die Vorarbeit in unserem Arbeitskreis Liturgie und die Befürwortung im Pfarrgemeinderat, ab dem 1. Advent durch eine etwas geänderte Vortragsweise in unserer Kirche der liturgischen Eigenart der Fürbitten besser zu entsprechen).
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Mit den Fürbitten schließt der Wortgottesdienst ab, bevor durch die Ministranten in der Gaben-bereitung der „Tisch des Brotes“ (Altar) für die eucharistische Mahlfeier bereitet wird.
Zuvor aber wurden die Lesungen aus der Bibel alle vom „Tisch des Wortes“ (Ambo) aus vorge-tragen. Damit wird schon deutlich, dass dieser Ambo eigentlich kein gewöhnliches Lesepult sein kann, von dem jeder x-beliebige Text vorgetragen werden könnte. Auf diese Würde des Ambos wollen wir in St. Benno in Zukunft größere Achtsamkeit richten, um die Einzigartigkeit des Wor-tes Gottes aus der Bibel hervor zu heben (aus gleichem Grund sollen auf dem Altar auch keine Blumenvasen oder ähnliches Beiwerk neben den Gaben von Brot und Wein abgestellt sein).

Das hat Konsequenzen für das Vorlesen der Fürbitten, da sie nun mal nicht Gottes Wort darstellen, sondern im besten Sinne „Menschen-Wort“ sind, d.h. die Glaubenden richten in Wort und Sprache aus den Erfahrungen des Alltags heraus ihre Bitten an Gott.
Deshalb wollen wir bei uns den Versuch wagen, dass der Lektor, der die Bitten vorträgt, in Zu-kunft aus der versammelten Gemeinde heraus nach vorne zu den Altarstufen tritt, um von dort aus als „Beauftragter“ die Anliegen der Glaubenden vor Gott auszusprechen. Gleichzeitig wird aber auch der Priester mit hinunter zu den Altarstufen treten um die Fürbitten an der Seite des Lektors zu eröffnen und zu beschließen. Dieser Standortwechsel des Priesters (ebenso der anderen Seelsorger) soll die Gebetsgemeinschaft (Communio) aller Getauften auch körperlich zum Ausdruck bringen, im Besonderen auch durch die Gebetsausrichtung zusammen mit der Gemeinde nach vorne in Richtung Altar.
In den praktischen Überlegungen unseres Liturgie-AK führten manche das Bedenken an, man könne ja dann den Lektor nicht mehr sehen. Gerade hier, meine ich, kommt es aber nicht auf das Sehen an, sondern auf das Hören und innere Mitvollziehen der Bitten.
Neben dem Effekt, den Ambo nicht mit einem Lesepult zu verwechseln, würde mit oben beschriebener Praxis eines wieder besonders deutlich: Dass die Fürbitten das Gebet der ganzen Gemeinde ist (auch: „Allgemeines Gebet“) und jeder Mitfeiernde im hörenden Mitbeten - oder idealerweise sogar in der Formulierung einer eigenen Bitte - seine Teilhabe am Priestertum Christi ausübt, das er mit der Taufe  empfangen hat.        

                                                                                                                              Ludwig Sperrer, Pfr.