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Die
Geschichte der Kirche reicht zurück bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.
Notkirche Um
1900 war die Verlegung der Kasernen aus der Innenstadt zum Oberwiesen- und Marsfeld
weitestgehend abgeschlossen. Auf dem Areal gab es mehrere Kasernen, so z.B. die
"Luftschifferabteilung der königlich-bayerischen Armee (Barbara-/Ecke
Hessstrasse); die Eisenbahnerkaserne an der Dachauer Str. 126". Auch die
Straßennamen, manche Denkmäler und der Parklizenzbereich "Kasernenviertel"
erinnern noch heute daran.

Zur
Sicherstellung der religiösen Betreuung der Soldaten wurde eine Kirche benötigt.
So wurde die 1901 zur Unterbringung von Bekleidung errichtete Lagerhalle (sie
reichte bis zur Hessstraße) zu Beginn des 1. Weltkriegs z.T. in eine Not-Kirche
umfunktioniert. Garnisonskirche Nach
dem Ersten Weltkrieg wurde die Notkirche 1922/1923 durch Divisionspfarrer Balthasar
Meier zu einer Garnisonskirche umgebaut. Die ursprüngliche Lagerhalle wurde
verkleinert und das Obergeschoss bis zur Höhe der Orgel abgetragen, so dass
sie den Charakter einer Hallenkirche erhielt.

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dürfte der Bau auf etwa 9 Millionen Mark gekommen sein. Jedoch klaffte während
des Baustadiums eine erhebliche Lücke. Diese konnte durch eine Millionen-Spende
des Hl. Vaters (Papst Pius XI) überwunden werden. Eine Inschrift erinnert
noch heute daran. Der Text auf der Marmortafel
trägt folgende Inschrift: St.Barbara A-D 1922-23 erbaut4.2.1923 konsekriert.Zum
Gedächtnis ihren WohltäternPius XI. PPBalthasar MeierDiv. Pfarrer VNDerzb.
geistl. Rat.Als Gründer K-Goebel-Baurat als Erbauer Georg Burtscher Klein
Sedlitz in SA.Maurerstrunde 25 Mark Baubeginn/ Bauende 1400 MKIII Koen 93Die Inschrifttafel
wird außerdem von folgendem Text einbegrenzt:Als Wohnen in den Hütten
der Sünder viel lieber will ich als der Geringste im Hause meines Gottes
sein | Weihe Die
Kirche wurde am 04.02.1923 von Kardinal Michael von Faulhaber, dem damaligen Erzbischof
von München und Freising geweiht. Die Weiheurkunde ist noch erhalten:
Text
in lateinischer Sprache: Anno
Domini MCMXXIII die 4 mens. Februarii quae fuit Dom in Sexagesima in divitate
Monachii Ego
Michael Cardinalis de Faulhaber Archiepiscopus Monacensis et Frisingensis consecravi
ecclesiam hanc et altare majus in ea in honorem S. Barbarae Virg. et Mart. et
Reliquias Sanctorum Martyrum S. Pacifici, S. Justi et S. Columbae in eo inclusi,
et singulis Christi fidelibus hodie unum annum et in die anniversario consecrationis
hujusmodi ipsam visitantibus centum dies de vera indulgentia in forma Ecclesiae
consueta concessi. Der
Text der Urkunde lautet übersetzt: Im
Jahre des Herrn 1923, Tag 4 des Monats Februar ...in der göttlichen Gnade
in München Ich
Michael Kardinal von Faulhaber Erzbischof von München und Freising habe diese
Kirche und den größeren Altar in ihr zur Ehre der hl. Jungfrau und
Märtyrerin Barbara geweiht und ich habe Reliquien der hl. Märtyrer Pacificus,
Justus und Colomba in diesem eingeschlossen und ich habe ein Jahr den einzelnen
heute Christusgläubigen und denen, die am Jahrestag der Weihe auf diese Art
dieselbe besuchen, hundert Tage von der wahren Gnade in der für die Kirche
gewohnten Form zugestanden. Auszug
aus dem Bayerischen Kurier vom 05. Februar 1923 Münchner
Stadtneuigkeiten Mitten
im militärischen Viertel Münchens auf Oberwiesenfeld, eingeschoben in
militärische Zweck- und Rotbauten, erhebt sich jetzt die Pfarrkirche der
Münchener Militärgemeinde, die bisher, im Gegensatz zu anderen deutschen
Ländern, gastweise andere Kirchen der Stadt benutzen mußten. Der kühnen
Initiative und außdauernden Energie des H.H. Divisionspfarrers Balth. Mayer
ist der Bau zu danken, der zum wesentlichsten Teil freiwillige Zuwendungen sein
Entstehen verdankt. .. wenn ihr Notcharakter augenfällig ist, als ein geschmackvolles,
gut zusammengestimmtes, geschickt durchkonstruiertes und weihevolles Kulturgebäude. "Aus
der Ansprache des Kardinals zur Weihe .. Der Soldat von heute ist nicht mehr Wassersoldat,
in meinen Augen soll der Reichswehrsoldat Qualitätssoldat sein, berufsrassig,
charaktervoll. Der Reichswehrsoldat steht auch geistig auf einer anderen
Durchschnittslinie, diese soll sich auch ausdrücken in seinen religiösen
Kenntnissen und darin, dass er im religiösen Leben bewusst und sittlich klar
seinen Weg geht. Dafür soll die Garnisonskirche die Hochschule sein."
In
ergreifenden Worten übergibt dann der Oberhirte die Kirche dem Divisionspfarrer
Mayer und schließt mit der Mahnung: Jetzt wache und beim Memento für
die Toten denke an die Brüder, welche in den letzten Jahren im Felde geblieben
sind! Enteignung Am
1. November 1940 wurde Kirche und Grundstück von den Nationalsozialisten
enteignet und fielen der Wehrmacht zu. Sie blieb aber Sitz des Militärpfarrers.
Als Militärgeistliche waren u.a. eingesetzt: Balthasar Maier, Wehrkreispfarrer
Dekan Lang, Standortpfarrer Innerhofer, Widemann, Dr. Müller sowie im Nebenamt
als Militärpfarrer der spätere Mrsg. Wilhelm Bleyer. Aus der Zeit des
Krieges berichtete Wilhelm Bleyer in einer Ansprache: Im
Laufe der Kriegsjahre sah ich bei Vereidigungs- und Abschiedsgottesdiensten Tausende
von Soldaten, vom einfachen Rekruten bis zum hohen Offizier, die hier vor dem
Ausrücken an die Front ihre Gebete verrichteten. Mit der Zeit fanden sich
in unserer Kirche auch kriegsgefangene Priester verschiedenster Nationen ein,
um hier die hl. Messe zu zelebrieren. Von St. Barbara aus wurden auch die Gottesdienste
für die im "Franzl" (Gefängnis) in der Leonrodstraße
Untergebrachten durchgeführt. Mancher von Ihnen suchte hierbei Trost vor
seiner Hinrichtung.  | Wilhelm
Bleyer übernimmt 1947 das Kirchenrektorat von St. Barbara. Unter seiner
Leitung wächst eine treue Gottesdienstgemeinde zusammen. 1950 ist es ihm,
dem Stadtpfarrer a.D., dank seines zähen Verhandlungsgeschickes gegenüber
dem Freistaat Bayern gelungen, dass St. Barbara weiterhin bestehen bleibt. Eine
Kirchenstiftung St. Barbara wird wieder eingerichtet. Am Patroziniumstag,
4 Dezember 1983, stirbt Monsignore Bleyer. Sein ständiger und innigster Wunsch
soll uns als verpflichtendes Vermächtnis gelten: "Bleibt der Barbarakirche
weiterhin treu! Sie muss erhalten bleiben!" | Polnische
Gemeinde In
den Jahren 1944/45 erlitt das Kirchengebäude mehrmals Beschädigungen
durch Bomben. Nach
Behebung der Schäden wurde die Kirche von polnischen Katholiken und Pfarrangehörigen
gemeinsam genutzt. Für etwa 3.000 polnische Christen (ehemalige Zwangsarbeiter,
Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und KZ-Priester) war sie lange Zeit das Zentrum
ihres religiösen Lebens.
Andreas Bobola
Aus
dieser Zeit stammen auch zwei Glasfenster in der Kirche: eines zeigt die Mutter
Gottes und eines den Patron der polnischen Gemeinde, den heiligen Andreas Bobola.

Die
von polnischen Soldaten gestiftete Glocke Im
Kirchturm hängt eine Glocke, die von polnischen Soldaten in der US Armee,
der Polish Guard by US Army gestiftet wurde. Die Glocken in St. Barbara
(insgesamt 3) werden noch immer per Hand geläutet.
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Auszug
aus der Kirchenzeitung: Alles
begann im Januar 1945, als eine polnische Militäreinheit in der letzten Kriegsphase
ein kühnes Unternehmen startete: Unter der Leitung von Offizier Antoni Bohun-Dabrowski
machten sich 1.200 Mann auf den Weg nach Westen. Sie wollten nicht mit der russischen
Armee gegen Nazi-Deutschland kämpfen und suchten daher den Zusammenschluss
mit den westlichen Allierten. So bahnten sie sich in einem zweiwöchigen Gewaltmarsch
ihren Weg bis in die Tschechoslowakei. Dort schlossen sie sich den Amerikanern
an. Nach Kriegsende bekam die "Brygada Swietokrzyska", so der polnische
Name, eine Spezialaufgabe: Sie wurden auf ganz Bayern aufgeteilt, um Lager mit
internierten SS-Leuten zu bewachen. In München wurden die polnischen Wachleute
zusammen mit ehemaligen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern, KZ-Häftlingen
und Flüchtlingen in den alten Soldaten-Kasernen an der Schwere-Reiter-Straße
und Infanteriestr. untergebracht. Hier stand auch die 1923 von Kardinal Faulhaber
geweihte Garnisonskirche St. Barbara. Die Kirche war jedoch bei Bombenangriffen
zerstört wörden. Ein polnischer Kaplan renovierte das Gotteshaus und
weihte es dem Heiligen Bobola.Das Gotteshaus wurde bald zum geistigen Zentrum
der in München lebenden Polen. 1945 übersiedelte die polnische Pfarrei
der Stadt München hierher. Eine der heute insgesamt drei Glocken von St.
Barbara wurde damals von der "Polish Guard by US-Army" - so lautete
der offizielle Titel des stationierten Wachsoldatentrupps - gestiftet und im Juni
1948 geweiht. | Radio
Free Europe Von
St. Barbara aus wurden auch an jedem 2. Sonntag bis 1978 die Gottesdienste in
polnischer Sprache vom Sender Free Europe nach Polen übertragen.
Kardinal Karol Józef Wojtyla in St. Barbara Im
September 1974 erhielt die Kirche hohen Besuch. Es war der damalige Erzbischof
von Krakau, Kardinal Wojtyla und spätere Papst Johannes Paul II. Im
20. Jahr seines Pontifikats (1998) wurde eine Tafel enthüllt, die an diesen
Besuch erinnert und dadurch die besondere Verbindung der polnischen Katholiken
mit dieser Kirche bekundet.
Verbundenheit Von
1979 bis 1985 feierte die Polnische Gemeinde in St. Georg und schließlich
ab 1985 in St. Josef bis heute ihre sonntäglichen Gottesdienste, weil St.
Barbara für die Gemeinde zu klein geworden war. Traditionell wird aber nach
wie vor jedes Jahr in St. Barbara zu den polnischen Feiertagen (03.Mai - Verfassung
und 11.November - Unabhängigkeit) ein Festgottesdienst in polnischer Sprache
gehalten. Am
04. Dezember 1983 stirbt Monsignore Bleyer. Das Amt des Kirchenrektors übernimmt
Übergangsweise Pfarrer Eder und schließlich ab 05. April 1984 ist Pfarrer
Peter Höck Kirchenrektor von St. Barbara.
Seit
Herbst 2011 sind in der Pfarrei Veränderungen eingetreten. Unser Kirchenrektor,
Peter Höck wurde zum Pfarrvikar ernannt und bleibt für St. Barbara weiterhin
zuständig. |