Die
Kirchenführung am 20.05.2010 in St. Barbara wurde zu einem Geschichts- und
Kunsterlebnis. Nach einem Rückblick auf die Geschichte der Barbara-Kirche
kam Prof. Werner Kroener, der Schöpfer des Altarbildes, zu Wort. Als Dozent
an der Kunstakademie in München zog er auch uns Besucher der Kirchenführung
in seinen Bann. Mit einfachen und impulsiven Worten unterstützt von mitnehmender
Gestik erzählte er über sein Werk und ließ uns in die "geistige
Werkstatt eines Künstlers" - seinen Kopf - blicken.  Professor
Werner Kroener vor seinem Werk
Alles begann, so erzählte Prof.
Kroener, mit einem Wettbewerb in Freising im Jahre 1986; dabei sollte Christus
in aktueller Ausrichtung dargestellt werden. Entstanden ist ein Kunstwerk in der
Technik und dem Stil der Zeit - eine Art des Expressionismus mit abstrakten Formen.
Das "Freisinger Christusbild" ist auf die Zukunft ausgerichtet -
für die Jugend geschaffen. Es setzt sich aus vier Tafeln zusammen. "Das
Bild muss man spüren, dann erklärt es sich von selbst", so Kroener
wörtlich. Als Vorlage diente ihm der im kirchlichen Bereich vielfach verwendete
und bekannte Flügelaltar, wie etwa der Isenheimer Altar.
Die
Ausarbeitung verfolgte und quälte ihn über sechs Monate hinweg. Eindrucksvoll
ist dies auch im Skizzenbuch nachzuvollziehen. Es liegt am Schriftenstand der
Barbara-Kirche aus. Dabei, so Kroener weiter, war er immer auf der Suche nach
"gültigen" Bildern von traditionellen Künstlern - Bilder,
die nicht von ungefähr kommen, weil sie berühren. So finden sich Pressefotos
wie "der Engel über dem Dresdner Rathaus nach der Bombardierung"
und "die Hissung der Amerikanischen Flagge auf der Pazifik-Insel Iwo-Jima
" darunter. Auch Michelangelos Christusfigur fand Eingang. Das Gesicht Christi
ist nicht näher ausgestaltet, um es "aktueller" zu halten. | Professor
Werner Kroener |
Auch
die "Skeptiker" unter den Malern, Caspar David Friedrich mit "Das
Eismeer oder die gescheiterte Hoffung" und eine Grafik Goyas werden zitiert.
So ist für Kroener nach wie vor die Aussage Goyas "Der Traum der Vernunft
gebiert Ungeheuer" ein Ausdruck des Zweifelns an den Fähigkeiten des
Menschen, mit seiner Freiheit umzugehen. Von diesem Wissen überfordert ist
der Mensch in der Predella zusammengesunken dargestellt - wie eine Fledermaus. |  |
 | Doch
Christus - gleichsam als Schlussstein - tritt dieser Hoffnungslosigkeit in strahlendem
Weiß entgegen.
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Kirchenrektor
Peter Höck mit Professor Kroener | Wer
noch länger beim Werk verweilt, wird noch mehrere Einzelheiten, Bilder, Farbzusammenhänge
und Symbolik erkennen können. Prof. Werner Kroener lud ein, diesen Schritt
zu wagen. An Mitteilungen über Eindrücke und Empfindungen zum Freisinger
Christusbild ist der Künstler interessiert. Mit der Einladung - nach Terminabsprache
- einen Blick in sein Atelier zu werfen, endete sein Vortrag. Lassen
auch Sie sich von der Ausstrahlung dieses Bildes faszinieren und schauen Sie doch
einfach mal vorbei! Walter
Elsner Und
hier können Sie noch mehr über den Künstler erfahren:
(Link zur Homepage von Professor Kroener) |
>>Besuch
im Atelier von Prof. Kroener am 15.11.2010
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