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St. Barbara

Hl. Andreas Bobola


In der Kirche St. Barbara befindet sich an der rechten Seite ein Glasfenster mit der Abbildung des Heiligen Andreas Bobola.

Dieser bei uns recht unbekannte Heilige wurde von der polnischen Pfarrei Münchens, die in den Jahren 1945 bis 1978 in St. Barbara beheimatet war, als Patron gewählt. Da die Barbarakiche für den Ansturm der Gläubigen allmählich zu klein wurde, fand die polnische Gemeinde für ihre Gottesdienste ab 1978 Heimat in St. Joseph in München Schwabing. Dort findet jeweils am Sonntag um 12.00 Uhr eine hl. Messe in polnischer Sprache statt.

Glasfenster in St. Barbara/München

Das Glasfenster mit der Abbildung des Heiligen Andreas aber blieb als Erinnerung an die polnische Gemeinde zurück.

Wer war nun dieser Heilige?

Andreas Bobola entstammte einer alten reichen böhmischen Adelsfamilie, die im 13. Jahrhundert nach Ostpolen ausgewandert war. Er kam im Jahre 1592 in der Strachocina Sandomierz (Grafschaft Sandomir, Polen) zur Welt. Andreas studierte ab 1606 an der Jesuitenschule in Braniewo (Braunsberg) trat 1611 als Novize einem von seinen Eltern dem Jesuitenorden in Vilnius (Wilna, Litauen) gestifteten Kollegium bei. 1623 wurde er zum Priester geweiht.

Er war in Nieswiez und Wilna, wo er auch die Marianische Kongregation leitete, als Seelsorger tätig und wurde Superior (Oberer) des Jesuitenklosters in Bobrujsk (Weißrussland). Als in Wilna die Pest ausbrach, pflegte er ohne Rücksicht auf sich selbst die zahlreichen Kranken, und blieb aber selbst - wie durch ein Wunder - verschont.

Seine Predigttätigkeit u.a. in Warschau und anderen Orten war weithin bekannt. Die Wirren der Reformation ging aber auch an der katholischen Kirche in Polen nicht vorbei. Es gab auch kriegerische Auseinandersetzungen mit Kosaken, Russen und Tataren. Auch das Verhältnis mit der russisch-orthodoxen Kirche war gespannt. Andreas brachte in den 20 Jahren seines Wirkens

viele Menschen dazu, von der russisch-orthodoxen zur katholischen Kirche überzutreten. Dadurch zog er sich freilich auch den Hass calvinistisch eingestellter Fanatiker zu und musste aus Bobrujsk fliehen. In Perezdyl bei Janow (nahe Lublin, Polen) las er die Messe, als schismatische*) Kosaken auftauchten. Obwohl die Gläubigen noch versuchten, ihn auf einem Fuhrwerk in Sicherheit zu bringen, wurde Andreas auf grausamte Weise gefoltert. Der Überlieferung nach wurde ihm dabei teilweise die Haut abgezogen, bevor er schließlich durch einen Säbelhieb am 16.05.1657 getötet wurde.

Sein Leichnam wurde im nahen Pinsk beigesetzt. Als 1922 Truppen der Roten Armee sein Grab aufbrachen, stellte man fest, dass der Leichnam gut erhalten war. Nach Moskau gebracht wurden die sterblichen Überreste ein Jahr später wieder in Rom zurückgegeben. Heute hat er seine letzte Ruhestätte in Warschau gefunden.

Der Papst Pius IX. sprach Andreas 1853 selig. Von Papst Pius XI. wurde er 1938 heilig gesprochen und zum Fürbitter für die Einheit der russisch-orthodoxen mit der katholischen Kirche ernannt. Nicht zufällig am 300. Todestag veröffentlichte Papst Pius XII. seine Enzyklika "Invicti athletae Christi".

Sein Festtag wird allgemein am 16.05. begangen (in Polen am 21.02.). Seit 2002 zählt er zu den Schutzheiligen Polens.

Quellen:
Bibliographisches Kirchenlexikon
Ökumenisches Heiligenlexikon
kath-info.de

*) von Schisma (griechisch) Spaltung, Trennung; Bezeichnet die Spaltung innerhalb einer etablierten religiösen Glaubensgemeinschaft

zusammengestellt von Susi und Walter Elsner

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