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ZWÖLFUHRLÄUTEN AUS MÜNCHEN IN OBERBAYERN
Sendung am 21.1.2007


München in Oberbayern.
In der Maxvorstadt, einem beliebten Wohnviertel im Herzen der Landeshauptstadt, steht die Pfarrkirche St. Benno. Eng umfasst vom Häusermeer erhebt sich kraftvoll und mächtig diese doppeltürmige Basilika.
Der berühmte Erzgießer Ferdinand von Miller stiftete den Bauplatz auf freiem Feld in der Nähe seiner Werkstätten und löste damit ein Gelübde ein, das er 1850 für die glückliche Aufstellung der Bavaria-Statue an der Theresienwiese gegeben hatte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit der rasanten Entwicklung Münchens St. Benno zu einem religiösen und städtebaulichen Mittelpunkt für die landflüchtigen Neubürger.
1888 begann Architekt Leonhard Romeis mit dem Bau des dreischiffigen Gotteshau-ses. Romanische Basiliken im Rheinland und in Italien standen Pate für dieses Meisterwerk der historistischen Kirchenkunst, die alte Stile nicht nur kopieren wollte, sondern in der Überhöhung ihren eigenen Weg suchte. Bis in die kleinsten Details setzten herausragende Künstler wie Anton Heinrich Heß oder Heinrich Waderé das gestalterische Gesamtkonzept in Skulpturen, Gemälden und Dekoren um. Großartige Mosaiken orientieren sich an byzantinischen Vorbildern in Ravenna und tragen zur mystischen Stimmung des Kirchenraums bei, der sich mit seiner Kuppel weit nach oben öffnet.
Prinzregent Luitpold stiftete den vergoldeten Hochaltarschrein unter einem von Säu-len getragenen Baldachin. Er zeigte damit die Verbundenheit der Wittelsbacher zum hl. Benno: 1580 hatte Herzog Wilhelm V. die Gebeine des 1106 gestorbenen Bischofs von Meißen nach München geholt. Sie ruhen in der Frauenkirche und waren besonders im 18. Jahrhundert das Ziel vieler Wallfahrer. Auch die Bennokirche ver-wahrt eine Reliquie des Heiligen, der nicht nur der Münchner Stadtpatron, sondern seit 1698 auch der Landespatron von Bayern ist.
257/1571

aus der Sendereihe "Zwölfuhrläuten" d. Bay. Rundfunks
Verfasser: Dr. Jörg Haller

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