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München
in Oberbayern.
In der Maxvorstadt, einem beliebten Wohnviertel im Herzen der Landeshauptstadt,
steht die Pfarrkirche St. Benno. Eng umfasst vom Häusermeer
erhebt sich kraftvoll und mächtig diese doppeltürmige
Basilika.
Der berühmte Erzgießer Ferdinand von Miller stiftete
den Bauplatz auf freiem Feld in der Nähe seiner Werkstätten
und löste damit ein Gelübde ein, das er 1850 für
die glückliche Aufstellung der Bavaria-Statue an der Theresienwiese
gegeben hatte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit der rasanten
Entwicklung Münchens St. Benno zu einem religiösen und
städtebaulichen Mittelpunkt für die landflüchtigen
Neubürger.
1888 begann Architekt Leonhard Romeis mit dem Bau des dreischiffigen
Gotteshau-ses. Romanische Basiliken im Rheinland und in Italien
standen Pate für dieses Meisterwerk der historistischen Kirchenkunst,
die alte Stile nicht nur kopieren wollte, sondern in der Überhöhung
ihren eigenen Weg suchte. Bis in die kleinsten Details setzten herausragende
Künstler wie Anton Heinrich Heß oder Heinrich Waderé
das gestalterische Gesamtkonzept in Skulpturen, Gemälden und
Dekoren um. Großartige Mosaiken orientieren sich an byzantinischen
Vorbildern in Ravenna und tragen zur mystischen Stimmung des Kirchenraums
bei, der sich mit seiner Kuppel weit nach oben öffnet.
Prinzregent Luitpold stiftete den vergoldeten Hochaltarschrein unter
einem von Säu-len getragenen Baldachin. Er zeigte damit die
Verbundenheit der Wittelsbacher zum hl. Benno: 1580 hatte Herzog
Wilhelm V. die Gebeine des 1106 gestorbenen Bischofs von Meißen
nach München geholt. Sie ruhen in der Frauenkirche und waren
besonders im 18. Jahrhundert das Ziel vieler Wallfahrer. Auch die
Bennokirche ver-wahrt eine Reliquie des Heiligen, der nicht nur
der Münchner Stadtpatron, sondern seit 1698 auch der Landespatron
von Bayern ist.
257/1571
aus
der Sendereihe "Zwölfuhrläuten" d. Bay. Rundfunks
Verfasser: Dr. Jörg Haller
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