St. Benno trauert: Der in der Pfarrei lebende Künstler Fritz Baumgartner verstarb. | ||
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La Stampa 10.10.2006
Lorenzo Mondo
Aber
dann, ab den siebziger Jahren entwickelte er einen unverwechselbaren
Stil, den er bis auf einige geringfügige Veränderungen
beibehielt. Die Figuren werden von einer schwungvollen Linie begrenzt,
ihre Farbgebung ist von aller höchster Reinheit, aber sie haben
keine dekorative Funktion, sondern eine symbolische. Männer-
und Frauengestalten füllen den Raum, die archaisch maskenhaften
Gesichter mit rätselhaften hohlen Augen, Schießscharten
gleich. Baumgartner sucht nun nach Inspirationen im antiken Griechenland
der dionysischen Feste und der elysischen Mysterien und im Kontrast
dazu, in der klassischen Tragödie. Seine Kunst, ausgeübt
in der modernen Intensität der Acrylfarben, bleibt nunmehr
mythisch, beispielhafter Ausdruck des menschlichen Erlebens. Jedoch
fast in direktem Zusammenhang fließen Kreuzigungsmomente der
christlichen Lehre ein. Es folgen Kreuzigungen, Pieta und Mutterschaft,
als sakrales Zeugnis der zeitgenössischen Kultur. Er hat hier
ein besonderes Zeichen gesetzt in den kongenialen Glasfenstern,
die er für Kirchen und Klöster seines Landes schuf und
im Evangeliar, in Schrift und Illustrationen in der Art mittelalterlicher
Handschriften - ein in unserer Zeit einzig dastehendes Werk. Gerade
ein Werk wie dieses gibt einen umfassenden Eindruck des unermüdlichen,
asketischen Schaffens von Baumgartner und seinem Gesamtoeuvre. Nicht
vergessen darf man dabei, neben dem Haupteindruck seiner Kunst,
die Bilder der Bayerischen Landschaften - die Berge, die Bäume,
die Dörfer - von märchenhafter Farbigkeit, wie eine nostalgisch
Darstellung und Vorstellung einer anderen Welt, fern von Tumult
und Gottlosigkeit.
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